Frühaufsteher mit hohen Ansprüchen – die Hosenbiene Dasypoda hirtipes

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Dasypoda hirtipes, die Braunbürstige Hosenbiene, ist wohl momentan eine der auffälligsten Erscheinungen, die wir in der Wildbienen Welt zu Gesicht bekommen – dort wo sie noch vorkommt…
Hosenbienenweibchen
Hosenbienenweibchen (Dasypoda hirtipes) mit den typischen Haarstrukturen an ihren Hinterbeinen, zum Sammeln von Pollen.
Hosenbienenmännchen auf Johanniskraut von vorn
Hosenbienenmännchen (Dasypoda hirtipes) auf Johanniskraut. Diese Pflanzen stehen in mitten der Nestansammlung, sodass die Männchen sich hier oft niederlassen, um auf vorbei kommende Weibchen zu warten.

Denn diese Wildbienenart gehört eher zu den Raritäten. Laut der Roten Liste für NRW gilt sie als „mäßig häufig“, doch kommt es darauf an, wo in NRW man nach ihr sucht. In vielen Gegenden kommt sie gar nicht vor.

Dies liegt daran, dass die Hosenbiene sowohl in Bezug auf ihr Nistverhalten, als auch in Bezug auf den von ihr bevorzugten Pollen, stark spezialisiert ist.

Ihre Nester buddeln die Hosenbienenweibchen am liebsten in sandigem, ebenen Boden, der am besten nur karg oder gar nicht bewachsen ist. Diese Vorraussetzungen finden sie heute z.B. in alten Kiesgruben oder auch an Bahndämmen, oder anderen ungenutzten Flächen, die den oben genannten Charakter aufweisen. Leider gibt es heutzutage nicht mehr allzu viele dieser Lebensräume, sodass die Hosenbienen immer weniger Platz zum Anlegen ihrer Nester finden.

Hosenbienenweibchen buddelt an Nest
Hosenbienenweibchen (Dasypoda hirtipes) buddelt an ihrem Nest. Links unten im Bild sieht man den Nesteingang, der sich in diesem Fall unter einem vertrockneten Ästchen befindet.

Aber dies ist eben leider nicht ihr einziges Problem. Außerdem nutzen sie nämlich nur wenige Pflanzenarten, an denen sie Pollen für den Nachwuchs sammeln. Diese Pflanzen kommen alle aus der Familie der Korbblütler (Asteraceen) und bilden innerhalb dieser Familie eine kleine Untergruppe. Zu den von den Hosenbienenweibchen bevorzugten Pollenquellen gehören beispielsweise Wegwarte (Cichorium intybus), Herbst Löwenzahn (Leontodon autumnalis), Wiesen Pippau (Crepis biennis) oder das Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata). Leider sind diese Pflanzen genauso wenig verbreitet, wie Dasypoda hirtipes selbst. Was bedeutet, dass die Weibchen, haben sie einmal einen geeigneten Nistplatz gefunden, oftmals weite Wege fliegen müssen, um den richtigen Pollen sammeln zu können. Viele von ihnen sind bis zu einer Stunde unterwegs, bis sie mit Pollen vollbeladen zu ihrem Nest zurückkehren.  …Aber es würde sich eben nicht anbieten mit solch ausladenden „Hosen“ an den Beinen die nächstbeste, wenig Platz bietende, Glockblumen-Blüte anzusteuern…

anfliegendes Hosenbienenweibchen
Hosenbienenweibchen (Dasypoda hirtipes) im Anflug auf eine Ferkelkraut Blüte (Hypochaeris radicata)

Wer also weiß, dass er Hosenbienen in der Nachbarschaft wohnen hat und die Möglichkeit hat im eigenen Garten oder auf dem Balkon passende Pflanzen anzubieten, hat sicherlich bald Besuch von einem wirklich netten Gast. Die Hosenbienen beim Pollensammeln zu beobachten ist ziemlich spannend. Im Gegensatz zur Hummel oder Honigbiene nämlich wendet sie eine komplett andere Technik an: sie setzt sich mitten auf die Blüte und dreht sich in rasend schnellem Tempo um die eigene Achse. Dabei bleibt der Pollen in ihren langen, bürstenartigen, Haaren an den Hinterbeinen hängen, sodass es schon bald so scheint, als hätte sie eine Art Haremshose an. Daher auch ihr Name: Die Haarstrukturen der weiblichen Tiere sehen aus, als würden sie wirklich eine Hose tragen. Eine Hose, die ihnen beim Sammeln von Pollen sehr hilfreich ist.

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Hosenbienenweibchen (Dasypoda hirtipes) mit vollen Pollenhöschen
Hosenbienenweibchen (Dasypoda hirtipes) rastet auf einer Blüte des Gewöhnlichen Ferkelkrauts (Hypochaeris radicata)
Hosenbienenweibchen (Dasypoda hirtipes) rastet auf einer Blüte des Gewöhnlichen Ferkelkrauts (Hypochaeris radicata)

Aber es gibt noch eine weitere Besonderheit im Leben der Hosenbiene, denn sie ist ein wahrer Frühaufsteher unter den Wildbienen. Bei schönem, warmen Sommerwetter sind die Bienen bereits ab sieben Uhr morgens ‚auf den Beinen‘ – für uns Wildbienen-Beobachter eine ungewohnte Situation, kommen doch die meisten Arten erst zu einer etwas komfortableren Zeit aus ihren Nestern… Die Hosenbienen aber müssen recht früh aufstehen, damit sie genügend Pollen und Nektar für ihren Nachwuchs sammeln können, denn schon zur Mittagszeit machen sie wieder Feierabend. Dies liegt zum Teil daran, dass die besagten Pflanzen ihre Blüten nur vormittags öffnen und die Bienen somit nur dann die Möglichkeit haben auf Pollensammelflüge zu gehen.

Hosenbienenweibchen in Nesteingang
Hosenbienenweibchen (Dasypoda hirtipes) schaut am Morgen aus ihrem Nesteingang und wärmt sich auf.

Sie sind also in den Morgen- und Vormittagsstunden unermüdlich unterwegs, um so viele Blüten, wie möglich anzufliegen und dann, in einer zuvor ausgehöhlten Brutkammer, ein Pollen-Nektar-Gemisch zu deponieren, worauf dann ein Ei abgelegt wird.

Unermüdlich trifft allerdings nicht für alle Hosenbienen Individuen zu. Während meiner Beobachtungen an einer ziemlich großen Ansammlung von Hosenbienen-Nestern, habe ich zwar immer wieder gesehen, wie Weibchen mit dick bepackten „Hosen“ zurück kommen, keine Minute im Nest verschwinden und sich direkt wieder auf den Weg zu einem nächsten Sammelflug machen. Andere aber kommen nach einer gefühlten Ewigkeit zu ihrem Nest zurück (in der Zwischenzeit haben andere schon zwei-drei Sammelflüge hinter sich…) und bleiben dann auch erstmal eine ziemlich lange Zeit unter Tage. Manchmal flogen sie auch gar nicht mehr aus. Leider habe ich bisher noch nicht herausfinden können, woran genau dies liegt… Geben sie ihrem Nachwuchs weniger Nahrung mit auf den Weg ins Leben? Haben sie direkt beim ersten Sammelflug mehr Pollen mitgebracht? Oder handelt es sich vielleicht einfach um ältere Tiere, die nicht mehr soviel Energie haben? …Mal sehen, vielleicht lässt sich das ein oder andere ja während meinen Beobachtungen noch herausfinden! Ich halte euch auf dem Laufenden 😉

 

Was machen Wildbienen eigentlich, wenns regnet?

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…habt ihr euch schon einmal gefragt, wo sich eigentlich die ganzen Wildbienen, die wir bei schönem Wetter überall durch die Luft summen sehen, aufhalten wenn es regnet?

Gar nicht so einfach darauf eine passende Antwort zu finden, denn verschiedene Wildbienenarten trotzen dem schlechten Wetter auf ganz unterschiedliche Weise.

Da gibt es diejenigen, die eh schon einen Unterschlupf haben, in dem sie Zuflucht vor dem Regen suchen können. Andere hingegen harren an ihren Schlafplätzen aus, bis sich die Sonne wieder zeigt. Wieder andere, wie z.B. viele Hummelarten, aber auch die Schmal- und Furchenbienen haben das Glück in einer Gruppe zu leben, die ein großes gemeinschaftliches Nest besitzt, in dem es sich bei schlechtem Wetter aushalten lässt. Das bedeutet für uns, dass wir den Großteil der Wildbienen bei Regen oder kalten Temperaturen gar nicht zu Gesicht bekommen.

Viele Weibchen können Schutz in den für ihren Nachwuchs angelegten Nestern finden. Diese können zum Beispiel in Totholz in alten Käferfraßgängen angelegt sein, in abgestorbenen Pflanzenstängeln oder auch im Boden. Die im Boden lebenden Arten haben dann natürlich das Problem, dass ihre selbst gegrabenen Gänge bei starkem Regen zugeschwemmt werden. Klart es dann auf, ist erst einmal neu buddeln angesagt.

So ist es beispielsweise bei der Hosenbiene Dasypoda hirtipes. Die Nester werden in horizontalen, sandigen und vegetationsarmen Flächen angelegt. Dem Wetter sind sie also mehr oder weniger schutzlos ausgesetzt.

Die Weibchen dieser Art haben es aber noch besser getroffen, als ihre Männer. Die Männchen müssen draußen bleiben und verharren stattdessen starr und triefend nass an Pflanzenstängeln und Blüten in der Nähe der Nester. Wird es nach einem Regenguss wieder wärmer, lassen sie sich von der Sonne trocknen und putzen ihren Körper, die Flügel und Antennen, damit sie wieder fliegen können, wenn auch die Weibchen wieder aus ihren Nestern klettern.

Hosenbienenmännchen bei regen
Hosenbienen-Männchen bei Regen
Hosenbienenmännchen gut vor regen geschützt
Ein Hosenbienen-Männchen hat sich einen guten Platz gesucht, um vor dem Regen geschützt zu sein. Nachdem der Regen aufhört, putzt es sich und lässt sich von der Sonne trocknen.

 

Die Hosenbienen-Männchen sind aber nicht die einzigen, denen es so ergeht. Auch einige Hummelarten müssen draußen im Nassen bleiben. Die sogenannten Schmarotzerhummeln- oder Kuckuckshummeln (vor kurzem habe ich schon einmal über diese Hummelgruppe berichtet) bilden keine eigenen Staaten, sondern schmuggeln sich bei anderen, sozialen Hummelarten, ihren Wirtshummelarten, mit ins Nest. Dort nutzen sie die schon vorhandene Neststruktur, um ihre eigenen Eier zu legen. Durch die recht schnelle Entwicklung des Kuckuckshummel-Nachwuchses, fliegen zu dieser Zeit im Sommer schon die ersten jungen Kuckuckshummeln aus den Wirtsnestern aus, um sich zu verpaaren. Während dieser Zeit bleiben sie außerhalb der Nester und suchen auch bei schlechtem Wetter keinen sicheren Unterschlupf, sondern warten in Blüten oder an andere Pflanzenteile geklammert einfach ab, bis sich die Wolken lichten. Hummeln sind jedoch aber auch recht unempfindlich gegenüber Kälte und schlechtem Wetter. Durch Muskelzittern können sie sich schnell wieder auf „Betriebstemperatur“ bringen und somit nach einem Regenguss schnell wieder munter von Blüte zu Blüte fliegen.

schmarotzerhummel im Regen
Schmarotzer- oder Kuckuckshummel trotzt dem Regen.

Übringens die sozialen Hummeln können auch bei Regen unterwegs sein, um Nektar und Pollen zu sammeln. Man sieht sie zwar nicht so häufig, wie bei sonnigem Wetter, aber die ein oder andere (in diesem Fall Ackerhummel, Bombus pascuorum) Arbeiterin lässt sich vom Regen offenbar nicht von ihrer Sammeltätigkeit abhalten:

Ackerhummel bei regen
Ackerhummel sammelt trotz Regen.

Hummeln lieben Disteln

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Disteln, vielerorts als Unkraut verschrien, können mehr als so mancher denkt! Denn dort, wo Disteln stehen bleiben und wachsen dürfen entwickelt sich eine artenreiche Bestäuber-Gesellschaft.

Wer einmal Distelblüten beobachtet hat konnte sicherlich entdecken wie viele Hummeln sich hier tummeln. Hummeln lieben Disteln. Ob Nickende Disteln (Carduus nutans), Weg-Disteln (Carduus acanthoides) oder auch Acker-Kratzdisteln (Cirsium arvense), es gibt viele verschiedene Distel-Arten, doch alle tragen gleichermaßen zu einer Verbesserung des Futterangebots für bestäubende Insekten bei.

Steinhummel an Distel
Eine Steinhummel (Bombus lapidarius) an einer Distel. Der Pollen ist an ihrem gesamten Körper verteilt.
Eventl Baumhummel an Distel
Eine Baumhummel (Bombus hypnorum) tief in einer Distelblüte „vergraben“.
Erdhummel an Distel
Eine Erdhummel aus dem Bombus-lucorum-Komplex sammelt Pollen und Nektar an einer Distelblüte.

Bei genauem Hinsehen entdeckt man nicht nur Hummeln, die tief in die Distelblüte klettern, um an ihren Nektar zu gelangen. Auch viele andere Wildbienen-Arten schätzen den Nektar und Pollen der Disteln. So habe ich keine fünf Minuten in einem Distelfeld in der Kiesgrube verbracht und konnte schon, neben vier Hummelarten, weitere drei Bienenarten entdecken. Zu den Hummelarten zählten einige Steinhummeln (Bombus lapidarius), gut zu erkennen an ihrem roten Po gepaart mit hellen Flügeln, Ackerhummeln (Bombus pascuorum), eine Baumhummel (Bombus hypnorum) und eine zur Gruppe der Erdhummeln gehörende Art (Bombus-lucorum-Komplex). Wie schon einmal beschrieben sind die Erdhummel-Arten nicht mit bloßem Auge auseinander zu halten, weswegen es mir nicht möglich ist zu sagen, um welche Art es sich hier handelte – vielleicht waren es ja sogar verschiedene Erdhummel-Arten. Zusätzlich zu den vielen umherbrummenden Hummeln fanden sich noch ein Keulhornbienen-Weibchen (Ceratina cucurbitina) und drei verschiedene Schmalbienen- oder Furchenbienen-Weibchen. Darunter die recht seltene und gleichzeitig größte Furchenbiene in Deutschland, die Vierbindige Furchenbiene (Halictus quadricinctus).

Maskenbiene an Distel_Autokorrektur
Schwarzglänzende Keulhornbiene (Ceratina cucurbitina) an einer Distelblüte.
Schmalbiene oder Furchenbiene an Disteln
Vierbindige Furchenbiene (Halictus quadricinctus) sammelt ebenfalls Pollen und Nektar an Disteln.
Schmalbiene oder Furchenbiene und Ackerhummel an Distel
…eine Ackerhummel (Bombus pasuorum) schaut auch noch vorbei…

Wäre ich etwas später da gewesen und nicht zur Mittagszeit in der heißesten Zeit des Tages, wären sicherlich noch mehr Arten geflogen. Aber nichtsdestotrotz: man erkennt schon so, dass ein gutes Futterangebot immer dazu beiträgt, dass sich Wildbienen in einem Lebensraum ansiedeln oder zum Pollen und Nektar sammeln vorbei schauen. Leider dürfen viele Wildpflanzen, die so wichtige natürliche Nahrungsquellen für Wildbienen und andere Insekten zur Verfügung stellen, an vielen Stellen nicht mehr wachsen, weil sie als Unkräuter gelten und als wenig hübsch empfunden werden. Dabei wäre es ein leichtes gerade Disteln und andere eher anspruchslose Wildpflanzen für die Bienen stehen zu lassen. Mit geringem Aufwand bietet man vielen Tieren so eine beliebte Nektar- und Pollenquelle im eigenen Garten. Und vielleicht findet man ja, wenn man die ganzen Wildbienenarten in seinem Garten beobachten kann auch etwas Gefallen an den vermeindlichen Unkräutern.

Schmalbienen – die kleinen Baukünstler

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Viele Schmalbienenarten, mit lateinischem Gattungsnamen Lasioglossum genannt, gehören zu den kleinsten einheimischen Bienen. Aber nicht nur das – sie gehören auch zu den großen Baukünstlern unter den Wildbienen.

Die Nester der Schmalbienen werden unterirdisch in freien bis wenig bewachsenen Boden angelegt. Oftmals findet man große Ansammlungen von Schmalbienen-Nestern – oberirdisch gut zu erkennen an kleinen Schornsteinen, die einige Millimeter bis Zentimeter aus dem Boden heraus ragen. Zu jedem Schornstein gehört ein eigenes Nest, d.h. jedes Nest hat tatsächlich nur einen einzigen Ein-und Ausgang. Übrigens: die Nester müssen nicht zwangsläufig alle von der selben Schmalbienenart sein. Es ist durchaus möglich, dass sich verschiedene Schmalbienenarten am selben Ort tummeln.

Lasioglossum Nestaggregation
Fünf Schmalbienen-Nester, die in unmittelbarer Nähe zueinander liegen

 

Schmalbienen leben nicht wie die meisten anderen Wildbienen allein, sondern bilden ein Volk. Dies funktioniert jedoch etwas anders, als man es von Honigbienen kennt. Schmalbienen leben nämlich nicht so extrem sozial wie Honigbienen, sondern bilden eher lockere soziale Gruppen. Es gibt zwar eine Königin und Arbeiterinnen, die für sie Pollen und Nektar sammeln, jedoch bleiben die Völker meist recht klein. Außerdem stirbt, im Gegensatz zur Honigbiene, das gesamte Volk vor dem Winter. Das Leben von Schmalbienen ist somit eher vergleichbar mit dem der Hummeln. Hier sterben die Völker auch vor dem Winter und nur die begatteten Weibchen überwintern. Wie bei den Hummeln ist es auch bei den Schmalbienen so, dass die befruchteten Weibchen den Winter als erwachsenes Individuum unter der Erde verbringen und im darauffolgenden Frühjahr ein neues Nest bauen und ein neues Volk gründen. Sind erst einmal ein paar Töchter geschlüpft, kümmert sich das Lasioglossum-Weibchen als Königin ab sofort nur noch um das Eierlegen. Um den Rest – wie das Sammeln von Pollen und Nektar oder die Pfelge der Brut – kümmern sich die ersten Nachkommen.

 

Da Wildbienen, wie schon in vorigen Beiträgen erzählt, viele Feinde haben, muss das Nest natürlich gut behütet werden. Parasitäre Wespen oder Wildbienenarten haben es nämlich auch auf die Wildbienengruppe der Schmalbienen abgesehen. Nun haben einige Schmalbienenarten eine effektive Strategie entwickelt, um Feinden das Eindringen ins Nest zu erschweren: das Volk hat besondere Wächter-Bienen, die am Eingang als Türsteherin arbeiten. Sie verschließen mit ihrem Kopf oder ganzen Körper den Nesteingang. Will eine verwandte Mitbewohnerin raus, um Pollen und Nektar sammeln zu gehen oder kommt voll beladen mit Pollen zurück, wird der Eingang frei gegeben. Allen anderen bleibt der Eintritt verwährt. Nähert man sich dem Nesteingang als interessierter Beobachter, guckt die Wächterin manchmal kurz heraus und schaut, was so vor sich geht. Kommt man aber zu nah, zieht sie sich schnell wieder in den Schornstein zurück. Schmalbienen sind eben vorsichtig!

Lasioglossum verstopft Nesteingang
Eine Schmalbienen-Wächterin streckt ihre Antennen aus
Lasioglossum guckt aus Nesteingang4
Schmalbienen-Wächterin guckt sich um
Lasioglossum guckt aus Nesteingang3
Schmalbienen-Wächterin guckt sich um
Lasioglossum guckt aus Nesteingang2
Schmalbienen-Wächterin guckt sich um
Lasioglossum guckt aus Nesteingang
Schmalbienen-Wächterin guckt sich um

Sie tun aber auch gut daran sich vorsichtig zu verhalten, denn viele der Schmalbienenarten sind sehr klein. Viele messen nur wenige Millimeter bis knapp einen Zentimeter. Deshalb ist es auch so schwierig die Arten auf den ersten Blick auseinander zu halten.

Lasioglossum kommt heim
Eine Schmalbienen-Arbeiterin kehrt zum Nest zurück. (Ihre geringe Größe erkennt man, wenn man den Kaninchen-Köttel im Vordergrund des Bildes dazu vergleicht.)

Dass man es aber mit einer Wildbiene zu tun hat, die zur Gruppe der Schmalbienen gehört, ist relativ leicht zu erkennen. Die Weibchen der Schmalbienen tragen eine behaarte Furche auf ihrem letzten Hinterleibssegment. Diese Furche ist bei genauerem Hinsehen wie ein dunkler Längsstrich auf dem hinteren, spitz zulaufenden Ende des Hinterleibs deutlich sichtbar. Es gibt nur eine andere Wildbienengruppe, die den Schmalbienen zum Verwechseln ähnelt – die Furchenbienen. Sie sehen den Schmalbienen nicht nur farblich und von ihrem Körperbau sehr ähnlich, sondern die Furchenbienenweibchen tragen ebenfalls diese behaarte Furche auf dem Hinterleib. Furchenbienen und Schmalbienen im Feld auseinander zu halten ist deshalb recht schwierig. Die beiden Gattungen sind eng miteinander verwandt und unterscheiden sich nur in wenigen Merkmalen, die nicht immer gut zu erkennen sind.

Lasioglossum Furche
Eine Schmalbienen-Arbeiterin schlüpft zurück ins Nest. Schmalbienenarten lassen sich leicht an der behaarten Furche am Hinterleibsende erkennen. Zu verwechseln sind sie dann nur noch mit den ebenfalls eine solche Furche besitzenden Furchbienen.