Zur Sache, Baby

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Auch Wildbienen müssen sich natürlich paaren, um Nachwuchs zu bekommen! Keine verwunderliche Sache, aber doch etwas worüber man, wenn es um Insekten geht, oftmals keinen Gedanken verliert.

Eigentlich wollte ich euch ja heute eine neue Wildbienenart vorstellen. Aber nun habe ich mich doch dazu entschieden noch einmal auf die Weiden-Sandbiene (Andrena vaga) von letzter Woche zu sprechen zu kommen – immerhin ist auch gerade ihre Zeit! Sie ist nämlich nur von Ende Februar/ Anfang April bis in den Mai hinein aktiv und draußen zu sehen. Danach sterben alle erwachsenen Tiere und der Nachwuchs bleibt bis zum kommenden Frühjahr gut versteckt unter der Erde. Aber momentan müsst ihr wirklich mal die Augen offen halten, vor Allem an kahlen, sandigen Stellen . Die Weiden-Sandbiene mit ihrem silber-grauen Pelz ist kaum zu übersehen!

Ich hatte vor zwei Tagen das Glück zwei Weiden-Sandbienen bei der Paarung beobachten zu können.
…Und die Paarung bei Wildbienen ist gar keine so unkomplizierte Sache. Einerseits, weil es oftmals viele Männchen gibt, die sich um ein und das selbe Weibchen streiten und andererseits, weil sich die Männchen den Weibchen regelrecht aufdrängen, anstatt höflich um das Weibchen zu werben. Ja, aus menschlicher Sicht betrachtet erscheint es beinah so, als würde dem Weibchen überhaupt keine Wahl gelassen und keinerlei Mitentscheidungsrecht eingeräumt mit welchem Männchen sie sich gern paaren würde. Was für uns ungehobelt scheint, ist für Wildbienen völlig normal. Aus einer evolutionären Perspektive gesehen hat sich das System anscheinend aber bewährt…

Aber zurück zu meinem Sandbienen Paar. Die beiden haben sich eine geraume Zeit gebalgt. Das Weibchen hat immer wieder versucht wegzufliegen, doch mit einem schweren Männchen auf dem Rücken, ist das gar nicht so leicht. Also haben sie sich in Bodennähe aufgehalten, was für mich natürlich ziemlich praktisch war, um brauchbare Fotos zu schießen. Nachdem ich die beiden entdeckt hatte, dauerte das Liebesspiel noch ungefähr zwei Minuten. Danach schubste das Weibchen das Männchen gerade zu von sich und flog ein Stück in die Luft. Das interessante aber war, dass nicht sie diejenige war, die anschließend das Weite suchte, sondern das Männchen, das sich schnell aus dem Staub machte. Das Weibchen flog noch einige Zeit über der Stelle, um später auch davon zu fliegen. Das Männchen fand ich in kurzer Entfernung auf einem abgebrochenen Bambushalm. Er hatte sich dort niedergelassen und putzte sich erst einmal ausgiebig!

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Weiden-Sandbienen (Andrena vaga) Weibchen unten. Das Männchen auf ihrem Rücken.
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Ein Paarungsversuch.
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Nach der Paarung gehen Männchen und Weibchen sofort getrennte Wege.

 

Für das Weibchen beginnt nun, nach der Paarung, ein weiterer sehr bedeutender Teil ihres Lebens. Sie muss einen geeigneten Nistplatz finden, um ihre Eier an einer sicheren Stelle abzulegen, und so den Grundstock für eine neue Weiden-Sandbienen Generation zu legen. Womit wir wieder an genau der Stelle angekommen wären, wo mein Beitrag, letzte Woche, anfing!

Aber eins noch: eine wirklich interessante Tatsache ist, dass sich das Wildbienen Weibchen aussuchen kann, ob sie ein Ei legt aus dem später eine Tochter schlüpft oder lieber eins, in dem ein Sohn heranwächst. Dies liegt an ihrer, im Vergleich zu uns, völlig anderen genetischen Ausstattung. Nur aus befruchteten Eiern schlüpfen nämlich Weibchen. Unbefruchtete Eier dagegen bringen männlichen Nachwuchs hervor. Da das Weibchen steuern kann, welches Ei sie vor der Ablage befruchtet, kann sie gleichfalls entscheiden wann weiblicher und wann männlicher Nachwuchs entsteht!

 

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