Auftakt zum Maskenball

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Viele Maskenbienen (lateinisch: Hyleaus) lassen sich viel Zeit bis sie schlüpfen und erscheinen erst allmählich ab Mai oder Juni auf der Bildfläche. Und auch in vielerlei weiterer Hinsicht sind Maskenbienen durchaus außergewöhnlich:

Ihren Namen verdanken sie der, vor allem bei den Männchen stark ausgeprägten, gelben oder weißlichen Gesichtszeichnung. Hat man einmal einen Eindruck von ihrem charakteristischen Aussehen,erkennt man sie sofort, wenn sie vor einem auf einer Blüte sitzen; nicht aber unbedingt, wenn sie vor einem durch die Luft „hüpfen“. Ihr Flugstil erscheint tatsächlich fast, als würden sie von einer imaginären Plattform zur nächsten springen.

Maskenbiene Männchen
Maskenbienen Männchen mit der typischen Gesichtsmaske

 

Maskenbiene Weibchen
Maskenbienen Weibchen besitzen keine komplette Maske, sondern tragen eher gelbe oder weiße Striche und Punkte im Gesicht

Maskenbienen gehören zu den eher kleineren Wildbienenarten und sind somit schwer im Flug zu erkennen. Erst wenn sie sich auf eine Blüte setzen, um Nektar zu trinken oder um sich zu putzen, zeigt sich die typische Gesichtsmaske, wodurch sie dann leicht zu erkennen sind. Da sich viele Maskenbienenarten sehr stark ähneln, ist es kaum möglich den Bienen den richtigen Artnamen zuzuweisen, ohne sie unter einer Lupe zu betrachten. Auf den ersten Blick könnte man sie sogar mit Fliegen verwechseln: die meisten Maskenbienenarten sind kaum einen Zentimeter groß und außer den gelben oder weißen Flecken, komplett schwarz. Außerdem sind sie – was für viele Wildbienen ja eigentlich typisch ist – kaum behaart. Die Maskenbienenweibchen besitzen, im Gegensatz zu vielen ihrer Wildbienenverwandten, keine Haarstrukturen am Hinterleib oder ihren Hinterbeinen, die es ihnen ermöglichen den gesammelten Pollen von den Blüten zum Nest zu tragen. Nein, Maskenbienenweibchen bedienen sich da einer ganz anderen Methode. Sie verschlucken den Pollen in einer Art Kropf. Am Nest angekommen spucken sie ihn dann, gemeinsam mit dem gesammelten Nektar, wieder aus und stellen ihrem Nachwuchs somit ein recht feuchtes Nektar-Pollen-Gemisch zur Verfügung.

Maskenbiene
Maskenbienen Weibchen sammelt Pollen für den Nachwuchs.

Ihr Nest bauen die meisten Maskenbienenarten nicht selbst, sondern nutzen schon vorhandene Hohlräume. Diese können so unterschiedlich, wie die Maskenbienenarten untereinander ähnlich, sein. Man findet Maskenbienennester sowohl in Käferfraßgängen in Totholz, als auch in ehemaligen Nestern anderer Wildbienen oder Wespen, an Sand- und Lehmwänden, oder auch in Gesteinsritzen oder Schilfröhricht. Dies ist auch der Grund dafür, dass wir viele Maskenbienen ebenso an Wildbienen-Nisthilfen finden können. Die Weibchen nutzen gern die zur Verfügung gestellten Schilf- und Bambushalme, oder Bohrlöcher in Hartholz, um dort Brutzellen für den Nachwuchs anzulegen.