Bella Donna unter den Wildbienen – die Pelzbiene Anthophora quadrimaculata

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Anthophora quadrimaculata, die Vierfleck-Pelzbiene ist eine der auffälligsten Erscheinungen, die wir derzeit an vielen verschiedenen Blütenpflanzen beobachten können.

Mit ihren smaragdgrünen Augen ist sie kaum zu übersehen!

Vierfleck Pelzbiene beim Nektartrinken an Büschelschön
Vierfleck-Pelzbiene beim Nektartrinken an Büschelschön
Vierfleck Pezlbiene trinkt an Büschelschön-Blüte
Vierfleck-Pelzbiene trinkt an Büschelschön-Blüte

Oder doch? – dieser kleine Knubbel ist nämlich ganz schön flink unterwegs. Ihren Körperbau kann man nicht gerade als schlank bezeichnen, aber nichtsdestotrotz fliegt sie in einem rasanten Tempo von Blüte zu Blüte. Deshalb kann es schon mal passieren, dass man einfach nur einen kleinen, gräulichen Kugelblitz durch die Luft sausen sieht und erst, wenn sie sich mal für einen Bruchteil einer Sekunde an einer Blüte aufhält erkennt man, mit wem man es hier zu tun hat. Um keine Zeit auf ihrem Weg von einer Blüte zur nächsten zu verlieren, streckt sie oft schon während des Fluges ihren Rüssel raus und kann, an der nächsten Blüte angekommen, sofort anfangen den Nektar aufzunehmen.

 

Vierfleck Pelzbiene mit schon ausgestrecktem Rüssel im Anflüg an eine Blüte
Vierfleck-Pelzbiene mit schon ausgestrecktem Rüssel im Anflug an eine Blüte

 

Ihr ‚Schönheits‘-Merkmal – die hellen, bläulich-grünen Augen – sind durchaus öfters zu beobachten. Es gibt einige weitere Wildbienenarten, die keine schwarzen, sondern eben helle Augen besitzten. Trotzdem aber bleibt es etwas Besonderes!

Zusätzlich aber zu dieser Besonderheit verleiht ihre gedrungene Körperform, zusammen mit ihrem gräulich-beigen Pelz, der Vierfleck-Pelzbiene, eine wunderbar charmante Erscheinung, wie ich finde:

Gut zu erkennen sind die smaragdgrünen Augen der Vierfleck Pelzbiene, wenn sie sich trinkend an einer Blüte niederlässt
Gut zu erkennen sind die smaragdgrünen Augen der Vierfleck-Pelzbiene, wenn sie sich trinkend an einer Blüte niederlässt

 

Wie alle Pelzbienen transportiert auch Anthophora quadrimaculata den gesammelten Pollen an ihren Beinen zum Nistplatz (vielleicht erinnert ihr euch: im Gegensatz dazu transportieren die Mauerbienen den Pollen z.B. unter ihrem Hinterleib). Auf welche Weise der Pollen zum Nest transportiert wird hängt meist mit der Zugehörigkeit einer Bienenart zu der entsprechenden Gattung zusammen. So gibt es eben Gattungen in denen sich das Transportieren des Pollens an den Beinen etabliert hat (wie bei den Honigbienen, Hummeln oder Pelzbienen), andere die den Pollen unter ihrem Hinterleib ‚verstauen‘ (wie beispeilweise Mauerbienen und Blattschneiderbienen) oder aber auch, wie bei den Maskenbienen, solche bei denen der Pollen zum Transport verschluckt wird.

 

Die Vierfleck-Pelzbiene Anthophora quadrimaculata mit großen Pollenpakten an ihren Hinterbeinen
Die Vierfleck-Pelzbiene Anthophora quadrimaculata mit großen Pollenpakten an ihren Hinterbeinen

 

Aber zurück zu unserer Pelzbiene: Ihren Nistplatz sucht sich die Vierfleck-Pelzbiene bevorzugt an vertikalen Flächen, wo sie sich selbst ihre Niströhren baut. Gerne nutzt die Pelzbiene hierzu Sand- oder Lehmwände, oder auch Lehmfugen bzw -mauern. Das Material darf nicht zu fest sein, denn sonst hat die Biene keine Möglichkeit Löcher hineinzunagen. Nicht nur für die Pelzbiene, sondern auch für viele andere Bienenarten ergibt sich hieraus ein Problem. Leider gibt es heutzutage immer weniger geeignete Niststandorte, die die richtigen Bedingungen bieten. Umso wichtiger ist es genau die Standorte, die momentan noch zur Verfügung stehen, wie z.B. ehemalige Kiesgruben, zu erhalten.

 

 

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