Ziemlich flauschig so eine frisch geschlüpfte Hummel

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Hummeln – die sozialen Wildbienen – jeder kennt sie, so gut wie jeder findet sie sympathisch!

 

Hummel an einer Blüte des Büschelschöns
Hummel an einer Blüte des Büschelschöns

Hummelkönigin an Blüte des Büschelschöns

Aber habt ihr schon einmal gesehen, wie ein Hummelvolk wohnt?

Ich habe gestern, bei meiner Arbeit in der Kiesgrube, ein Hummelnest entdeckt – wahrscheinlich bewohnt von einer Hummelfamilie der Hellen oder Dunklen Erdhummel (Bombus lucorum oder Bombus terrestris). Diese Hummelarten gehören zu einer Gruppe von insgesamt vier Hummelarten, die sich zum verwechseln ähnlich sehen. Zusätzlich zur Dunklen und Hellen Erdhummel zählen hierzu noch die Kryptarum Erdhummel (Bombus cryptarum) und die Große Erdhummel (Bombus magnus), die allesamt gelbe Querbinden auf Rücken (Thorax) und vorderem Hinterleib aufweisen, sowie einen weißen Po (letzte Hinterleibssegmente) besitzen. Im Gegensatz zur Dunklen und Hellen Erdhummel aber sind die beiden anderen Arten eher selten zu beobachten und die Große Erdhummel gilt sogar als gefährdet.

Hummelnest mit Moos bedeckt
Hummelnest mit Moos bedeckt

Das Hummelnest war noch sehr klein. Lediglich eine Hand voll Arbeiterinnen wuselte im Nest herum. Die Königin aber ließ sich nicht blicken. Um einen genaueren Blick ins Nest werfen zu können habe ich das Moos ein wenig zur Seite gedrückt. Dies schien die Hummeln kein bisschen aus der Ruhe zu bringen. Nur eine Arbeiterin kam direkt heraus geklettert, um nachzuschauen, was hier geschah und fing umgehend an, das Moos wieder über die offene Stelle drüber zu legen.

Es ist schon ein ziemlich besonderes Erlebnis diesen absolut friedlichen Zeitgenossen bei ihrem Treiben zuzusehen. Die frisch geschlüpften Hummelarbeiterinnen haben noch einen richtig flauschigen Pelz und die Farbe der Streifen ist noch richtig knallig gelb – ein wirklich hübscher Anblick.

Ab und zu haben die wuseligen Arbeiterinnen dann den Blick auf ihre Brutzellen frei gegeben. Diese sind nicht halb so akkurat wie man es von Honigbienen kennt. Eigentlich erscheint es bei vielen Hummelnestern eher so, als wären sie die Surrealisten unter den sozialen Bienen. Sie bauen gerade so, wie und wo es gerade passt. Die Hummelkönigin baut zunächst eine Art Tönnchen, das den ersten gesammelten Nektarvorrat beinhaltet. Der gesammelte Pollen dient daraufhin als „Bett“ für die ersten Eier. Diese werden mit einer Wachsschicht abgedeckt. Während der Entwicklung der Hummelarbeiterinnen gibt es dann eine Phase in der sich die heranwachsenden Larven in einem Kokon verpuppen. Darin wächst die erwachsene Hummel heran. Hat sie ihren Kokon verlassen, kann die leere Hülle dann als Topf zur Aufbewahrung des Pollenvorrats dienen.

Hummelnest
Hummelnnest mit einigen Arbeiterinnen. Unter ihnen erkennt man die Brutzellen
Hummelnest
Hummelnest mit einigen Arbeiterinnen

Mit der Zeit entsteht ein Durcheinander von aneinander angrenzenden Pollentöpfen, Nektartonnen und Brutzellen – in unseren Augen mag es ziemlich chaotisch erscheinen, aber die Hummeln behalten den Durchblick. Ganz ihrer Aufgabe entsprechend organisieren sie den Rest des Sommers entweder die Versorgung des Nachwuchses, die Besorgung von Nektar und Pollen oder eben das Eierlegen, das allein Aufgabe der Königin ist.

… Aber mehr zu den unterschiedlichen Jobs innerhalb des Hummelvolks gibt’s beim nächsten Mal. Ich werde euch im Laufe des Sommers immer mal wieder auf dem Laufenden halten, was bei den Hummeln so passiert!

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